Im Lazarett von Gutenbucht

  • "Ech", murrte es aus Richtung der grünberobten Gestalt als sie sich vom Abort aufraffte. Die wenigen Minuten des Tages auf dem "stillen Örtchen" waren trotz ihrer eher unangenehmen Natur mittlerweile zur Wohltat geworden und eine angenehme Abwechslung zur Arbeit und dem stetig größer werdenden Lagerkoller. Seit nunmehr vier Monaten befand sich ein großer Teil der Aventurischen Allianz in Gutenbucht, dem vermeintlichen Schmelztiegel der Kulturen in Shäekara. Eine Stadt, die den aus der Freyenmark geflohenen Aventuriern zwiegespalten, bisweilen gar argwöhnisch gegenüberstand. Dennoch war ihm die Stadt trotz ihrer Probleme mit den Flüchtigen ganz angenehm, schon ob des Klimas das ihn unweigerlich an die Heimat und die Zeit der Lehre in Zorgan erinnerte. Diesen Gedanken hätte er am liebsten festgehalten...


    Khaid schlenderte gemächlich zurück zum Lazarett, wo – so er keinen Aufmarsch der Pestilenz versäumt hatte – das täglich Brot des Medicus auf ihn wartete. Menschen, die sich geschnitten, gestoßen, geschlagen hatten. Seine größte Sorge dieser Tage war der flinke Difar, der in das Lager der Allianz Einzug gehalten und noch nicht vertrieben worden war. Glücklicherweise war er selbst weniger anfällig dafür. Fast schon mit einem erleichterten Schmunzeln auf den Lippen ließ der Heiler sich auf einem kaum bis mäßig gepolsterten Stuhl nieder und winkte die nächste Person zu sich, faltete anschließend die Hände und lauschte den Ausführungen des Gegenübers. Noch währenddessen beschlich ihn wieder dieses mulmige Gefühl, dass ein Neuanfang in Kelemthal schwierig werden könnte, wenn sie in den letzten Tagen nicht noch ein Wunder vollbrachten. Eine Falte fand den Weg auf die Stirn des Nordaraniers, ehe er kurzerhand und ohne lange zu zögern antwortete: "Wisst Ihr, das ist dieser Tage nichts Ungewöhnliches. Euer Stuhlgang ist nicht all zu fest, das zeugt von einer leichten Erkrankung - dem flinken Difar. Schont Euch am besten drei, vier Tage. Viel trinken, leichte Kost - und kommt umgehend her, solltet Ihr Blut entdecken. Viel mehr kann ich Euch dafür, leider, auch nicht mit auf den Weg geben. Schont Euch und der Difar wird Euch bald nicht mehr plagen."


    Beunruhigt, aber mit einem dezenten, aufmunternden Schulterklopfer erhob er sich anschließend und begab sich zum Sekretär, um sich einige Notizen zu machen. Auch darüber, was er dem Mann an Ratschlag mit auf den Weg gegeben hatte und sei es nur, um ihn bei einer Verschlimmerung daran erinnern zu können, dass er die Dinge weder umsonst predigte noch aufschrieb. Darauffolgend sah er sich einen Augenblick im immer noch improvisierten Lazarett um. Neben einem wartenden, potentiellen Patienten oder Boten, der die Aufmerksamkeit möglicherweise nicht unbedingt auf sich lenken sollte, streifte sein Blick die Südländerin Neph. Sie war erst wenige Wochen vor der Flucht aus der Freyenmark mitsamt ihrer Gefährten zur Allianz gestoßen, jedoch machte sie sich im Vergleich zu einigen ihrer Mitstreiter immerhin nützlich. An diversen Tagen hatte sie ausgeholfen - durchaus eine Freude, wusste die Abwesenheit anderer Perainediener so weniger Gram heraufzubeschwören und musste er sich nicht um den Dreck an Eddies Fingern sorgen, wenn sie der Auffassung war jemanden in solchem Zustand behandeln zu können.


    "Einen Moment, bitte", ging es in Richtung des Zelteingangs ehe er ungefragt neben den derzeit einzigen, roten Fleck im Lazarett trat und ihm über die Schulter sah, während sie sich mit einem Schnitt am Arm eines ihm unbekannten Mannes befasste. Vielleicht ein Arbeiter, vielleicht ein Söldner, seine Statur ließ beide Möglichkeiten offen. Khaid quittierte das Ganze ansonsten nur mit einem Kopfschütteln. Nicht den Umstand, dass sie sich darum kümmerte, sondern die Häufigkeit dieser Art von Verletzung in den letzten Wochen. Es schien fast so als würden die Leute absichtlich mit scharfen Gegenständen aufeinander losgehen, vielleicht ob der Einöde. Eine Übung mit scharfen Klingen, Äxten? Er konnte es nicht sagen, wollte es andererseits auch gar nicht genau wissen. Unvernünftig wäre es jedoch - und er wollte es kaum hinterfragen.


    "Du kommst zurecht - und wie ist das passiert...?", kam es wider Erwarten neugierig über seine Lippen, ehe er um genau das zu überspielen und ohne auf eine Antwort zu warten fortfuhr:


    "Im Übrigen, ich darf im Hinblick auf unsere Abreise nach Kelemthal doch sicher mit deiner Hilfe rechnen, was das Einräumen und den Transport des Lazarettbedarfs anbelangt?"


    "So sich euer bunter Haufen uns denn anschließt", endete er schließlich und harrte der Dinge, bis er eine Antwort erhielt.


    Die Person am Zelteingang würde sicher kurz warten können, ging es doch schließlich um das Lazarett und die Frage, ob er es künftig wieder gänzlich allein betreuen musste. Ihm wäre lieber gewesen, wenn nicht, schließlich hatte auch das Arbeiten mit Asdan und Marcia etwas für sich gehabt, seinerzeit, als es noch darum ging kurz nach der Ankunft die Leben Schwerstverwundeter zu retten. Doch das, so kam es ihm vor, war schon wieder eine Ewigkeit her.

    :queen:


    "Der Metzger weiß, dass die Heilung nur durch die Erteilung zusätzlicher Schmerzen zum Erfolg gedeihen kann."

  • Die weiße Zeltplane wogte sich aufbäumend unter der Brise der aufragenden Klippe. Das Geräusch erinnerte die einstige Garetherin an eine Überfahrt zur See - an die laute Beschwerde eines im Segel gefangenen Windes. Auch hier - auf dem Hochweg der improvisierten Zeltstadt der Aventurier roch die stürmische Luft nach Salz und Meer.

    Es war gut so. Dass sie auf dem Plateau über der wimmeligen Stadt Gutenbucht lagerten und dass der Wind so reichlich wehte.
    Das vertrieb die Durchfalldünste.

    Wären sie mitten in den Pfuhl der eigentlichen Hafenstadt gezwängt worden, eingepfercht zwischen Mauern, hätte der Gestank in der Wärme des Landstrichs geschwelt.


    Sie selbst hatte gerade zur Anfangszeit mit dem Difar ringen müssen. Mittlerweile hatte sich ihr Körper den Gegebenheiten angepasst und tat, was er sollte. Auch ihre Haut hatte sich im schönen Klima Shäekaras wieder gedunkelt. Um einen Sonnenbrand war sie - außer auf der Nase - herumgekommen - sie war nie für die Strahlen Praios' anfällig gewesen. Vielleicht wegen des Erbes ihrer südaventurischen Mutter in ihrem Blut - auch wenn sie äußerlich mehr nach ihrem Vater kam.


    Sorgfällig und schweigend wusch sie den verwundeten Unterarm des Arbeiters mit abgekochtem, lauwarmen Wasser. Sein Name war Hedan und sie hatte sich in Anbetracht des Namens einen "He da!"-Witz mit munterem Lächeln absichtlich nicht verkniffen - sie hatte gemeint, etwas Auflockerung würde ihm gut tun. Er hatte es gar nicht lustig gefunden. Deshalb unterließ sie jetzt sämtliche weitere Unterfangen, den anscheinend ernst-selbstmitleidigen Mann aufzuheitern.

    Sie begann ihm ein frisches Stück Leinen um den Schnitt zu wickeln, während sie sich auf Schemeln gegenübersaßen.

    Ausnahmsweise trug sie das dunkle Haar zurückgebunden, damit es sie nicht beim Verarzten störte.


    Dann erklangen zwei Fragen - eigentlich sogar drei - hinter ihr. Khaids Stimme.
    Sie wandte den Kopf nur einen Moment, warf ihm ein sachtes Lächeln zu, ehe sie ihr Augenmerk wieder auf den Arm des Patienten richtete.
    "Zurecht komme ich." antwortete ihre dunkle, etwas heisere Stimme, "Es ist nur ein einfacher Schnitt. Einer, der entsteht, wenn man mit einer Machete versucht eine Frucht zu öffnen, die man nicht kennt."
    Der vielleicht 25-jährige Hedan verkniff die Miene und er schien seine Chance zu wittern - bevor sie auf die letzte und wichtigste Frage antworten konnte -, noch einmal von dem richtigen Arzt behandelt zu werden und nicht nur von der Verbandwickelaushilfe.
    "Ich kletterte also auf diesen stacheligen Baum, Euer Gnaden.. Und da wuchsen diese großen Früchte. Ich hatte noch nie vorher mit einer Machete gearbeitet, aber.." Er begann mit der selben Beschreibung, die sich auch Nepheruna angehört hatte, nachdem sie ihn aus Sicherheits- und Transparenzgründen aufgeklärt hatte, dass sie eigentlich gar keine richtige Heilerin war und nur die kleinen Wehwehchen betreute, die in einem Lazarett anfallen - sobald er Fieber verspürte oder starke Übelkeit, würde sie ihn an Khaid verweisen. Ebenso bei ungewöhnlichen Wundverfärbungen.

    "Und weil die Schale so hart war, rutschte ich ab und schlug mir die Klinge tief in den Arm. Es hat sehr geblutet, bei Peraine! Ich habe jetzt Angst, dass ich den Arm nie wieder richtig nutzen kann. Fieber habe ich aber nicht.. Aber sauber war die Machete auch nicht! Und es ist ja bekannt, dass verschmutztes Werkzeug.."

    Innerlich musste sie lachen. Äußerlich wickelte sie stur und so gut sie vermochte den Verband zu Ende und steckte ihn fest. Sie ahnte, dass Khaid ein halbheimliches Autoritätsproblem hatte. Nicht im klassischen Sinne - sie vermutete bei ihm eher eine Art steten Verdachts auf das Untergraben seiner eigenen Autorität. Kurz: Er wurde grantig, wenn man ihn nicht ernst nahm, ihn unterbrach oder seine bereits eingeleiteten Pläne veränderte.

    Die Situation war neu und würde vielleicht die interessante Frage klären, wie Harunianson reagierte, wenn ein anderer - dazu ein Patient - sich ebenso wichtig nahm, wie der Geweihte seine eigene Autorität.

  • Innerlich seufzte er langgezogen als der Mann seine Lebensgeschichte bis hin zu dem schrecklichen Vorfall mit der Machete vor ihm ausbreitete, doch Khaid war - wie sonst auch - darauf bedacht sich nichts davon anmerken zu lassen. So sehr er sich darauf verstand gegen die Leiden der Menschen etwas zu unternehmen, so zuwider war ihm mitunter dieser Geltungsdrang der Versehrten. "Seht mich an, ich habe Schmerzen, höret meine Geschichte." In diesem Moment fehlten ihm einmal mehr die Thorwaler um sich herum, die über den Schnitt mit so einem Brotmesser nur lachen konnten und denen, wenn sie bei der Behandlung doch zuckten, wenigstens zunehmende Verweichlichung unterstellen konnte. Oder die wenigstens erzählten, wie viele Horasier sie noch im Moment ihrer Verwundung über die Planke gejagt hatten. Leider waren nicht alle Patienten wie Urukar, Eldur oder die anderen. Offenbar waren seine Ansprüche gestiegen, aber wenigstens kam seine Helferin mit dem verweichlichten Mittelländer und seiner Verletzung zurecht. Während der Verwundete weiter erzählte, verkniff er sich ob seines Gedanken ein Schmunzeln und dachte nachfolgend wieder mehr über die Gestalt vor sich nach.


    Er hatte eine Machete, er wusste nicht damit umzugehen, war aber töricht genug mit der scharfen Klinge noch einen Baum raufzuklettern, wollte fremde Früchte kosten und so weiter und so fort. Weshalb dann so viele Worte? Es war nicht bloß das, was ihn störte. Der Mann hatte zusätzlich die Fragen des Geweihten abgewürgt und die, so leid es ihm tat, interessanteren Dinge einen Moment vertagt. Es war das Mindeste dem Mann dafür ins Gewissen zu reden oder seine Taten zu hinterfragen, sobald er geendet hatte:


    "Wisst ihr, selbstredend ist unreines Werkzeug eine stete Gefahrenquelle. Soweit ich das überblicken konnte, zeigt ihr allerdings keine Symptome die auf eine waschechte Blutvergiftung hindeuten würden. Obendrein seid ihr bei Neph in besten Händen, sie würde mich schon rufen, wäre es etwas schlimmeres.Zu eurer Geschichte möchte ich euch jedoch eine Frage stellen: Habt ihr die Machete vor der Erstnutzung gereinigt oder seid ihr mit einem bereits schmutzigen Werkzeug losgezogen? Aus welchem Grunde hantiert ihr ansonsten an Unbekanntem mit einer Klinge, die euch ebenso fremd ist? Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht eure Mutter und möchte euch auch keinen Vorwurf machen, ich sorge mich lediglich, dass es beim nächsten Mal an anderer Pflanze mit anderem Werkzeug weniger glimpflich ausgehen könnte. Und wenn wir eines nicht dürfen, dann doch wohl verschwenderisch mit den Gaben unserer Herrin Peraine sein, nicht wahr? Nehmt euch bitte fünf Augenblicke darüber nachzudenken., sollten wir unseren Geist und unseren Körper nicht besser behüten?"


    Nachdenklich und zugleich fordernd betrachtete er den Mann, dann schwenkte sein Blick für einen Augenblick hinüber zu Neph, ehe er wieder den Sitzenden und allmählich Verarzteten ins Auge fasste. Dann löste er den Blick schließlich vom Grübelnden und widmete sich der Lazaretthelferin. "Die Zeit bis zum Erkenntnisgewinn dürfte uns zugleich die Möglichkeit geben, an unser Gespräch von eben anzuknüpfen, Neph. Die Frage nach eurem Verbleib in unserer Mitte, sowie der Hilfe beim Abbau des Lazaretts in wenigen Tagen?"

    :queen:


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  • Nef gab vor nicht zuzuhören, während sie Schere und Verbandrest in die dazugehörige Kiste räumte.
    Als Khaid dem unvorsichtigen Arbeiter seine Ratschläge mit auf den Lebensweg gab, suchte sie benutzte Verbände im Zelt zusammen. Eine angenehme Böe erfasste das Segeltuch wie einen Rock und drückte es mit elementarer Gewalt nach oben.

    Den Blick abgewendet, begann sie blutverkrustete, aber noch brauchbare Bandagen in kaltem Salzwasser - und davon gab es dank des nahem Meeres reichlich! - einzuweichen und den Stoff mit hochgekrempelten Ärmeln aneinanderzureiben, um die Verschmutzung zu mindern.


    Nepheruna wandte Khaid einen kurzen Blick zu, ohne in ihrer Tätigkeit innezuhalten. Sie nahm eine Wurzelbürste zur Hilfe, die hörbar über die rosaroten Flecken schrabbte.
    "Wir werden bei der Allianz bleiben." erzählte sie dem nassen Stoff im Bottich. Als sie die Bandage wrang, trafen ihre graugrünen Augen erneut den Geweihten.
    "Ein Zusammenschluss erscheint uns ein gutes Konzept, um den Anfeindungen der Fremde in einer Gruppe gegenüberzustehen. Abfällige Kommentare, ein böse-bissiger Kommentar zu unseren Götter - alles tut doch weniger weh im Schoß einer Herde." Sie lächelte gut gelaunt.
    "Und solange ich hier Hilfe anbieten kann, werde ich das tun. Das Wundensäubern und Verbinden ist zwar keines meiner herausragenden Talente, aber es ist nötig. Und mein Wissen scheint für das Nötigste zu reichen. Also will ich mich nützlich machen." Sie nickte unterstreichend, als gäbe das ihren Worten mehr Gewicht.
    "An einigen Tagen, gerade zu Anfang, als das Lazarett überquoll, habe ich mich nach Faulenzerei gesehnt... Aber alles in allem, ist es doch ein erhebendes Gefühl eine Aufgabe und damit einen Sinn zu haben. Selbst wenn unser aller Verbleib hier nicht in Stein gemeißelt ist.
    Was wisst Ihr über Kelemthal?"


    Khaids Patient Hedan meldete sich - dieses Mal hatte er immerhin bis hierhin abgewartet. Er hielt seine verbundene Hand mit der anderen.

    Ihr Blick wurde starr, als wären ihre Gedanken längst abgeschweift - hängte die ausgewrungenen Verbände auf. Die Flecken prangten nur noch rosafarben im Stoff. Sie ganz zu entfernen, erschien ihr unmöglich. Wenn es einen Trick gab, dann kannte sie dieses Geheimnis der Wäscherinnen nicht.
    Doch sie hörte zu.
    Nein, die Machete war selbstverständlich nicht von vornherein dreckig gewesen, er pflege sein Werkzeug, gerade sein Neues, selbst wenn es ein gebrauchtes Neues war!
    Froh war er, dass der Therbûnit ihm attestierte, dass es nicht so aussah, dass eine Entzündung anstand, denn das wäre es noch gewesen!

    Es hatte ja nicht am Werkzeug gelegen, schließlich waren heimische Klingen der Machete nicht bis ins Unkenntliche unähnlich.
    Die Frucht war Schuld mit ihrer frech harten Schale, die der einer bockigen mittelreichschen Haselnuss glich.
    Nächstes Mal wollte er besser aufpassen.
    Es war ja alles so neu.

    Und anders.


    Ja, das war es.

  • Dorian war seit einigen Tagen weniger gesehen worden als sonst, daher war sein Anblick mit seiner Tochter Freya auf dem Arm durch das Lager für den ein oder anderen sicher von neugierigen Blicken behaftet. Er war sonst immer unter den Leuten gewesen, hatte Geschichten erzählt oder sich erzählen lassen. Jetzt war er eiligen Schrittes auf dem Weg ins Lazarett.


    Nachdem er den Vorhang zur Seite zog, sah er sich schnell um. Er ignorierte Nepheruna und Hedan und wandte sich direkt an den Therbuniten.


    "Khaid, ich glaube sie hat Fieber."


    Der sonst eher ruhige Geweihte hatte einen ängstlichen Blick im Gesicht.

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    - Braids, dementia summoner

  • Die Antwort der Frau in Rot entlockte dem Geweihten ein Schmunzeln, wohingegen er die Worte ihres Patienten eher skeptisch auffasste. Selbstverständlich war die Frucht Schuld gewesen, es war schließlich auch nicht so gewesen, dass er sich über die Gegend, ihre Pflanzen und Erzeugnisse hätte informieren können. Nein, böse, garstige Frucht. Er wollte nur den Kopf schütteln, doch er konnte einfach nicht, durfte er dem Patienten doch nicht vollends das Gefühl vermitteln schlicht ein törichter Alrik zu sein. Daher rang er sich ein Nicken ab, ehe er sich wieder Neph zuwandte. "Worin liegen deine herausragenden Talente denn dann, wenn nicht schon im Verbinden und Versorgen von Wunden?", fragte er locker und nickte Hedan noch einmal zu - wohl zum Abschied, ehe er den Mann am Zelteingang hereinwinkte. Ohne zu wissen, dass Dorian im nächsten Moment hereinplatzen und sich vordrängeln sollte. Etwas überrascht betrachtete er den Geweihten.


    "Für gewöhnlich haben wir hier eine Schlange, an der wir uns anstellen, mein Freund."


    "Und schließlich wird sie das Fieber auch nicht erst seit fünfzehn Augenblicken haben, oder? Wie drückt es sich überhaupt aus, wie kommst du darauf, berichte mir? Übrigens, hast du dich bei dem Mann entschuldigt, der eigentlich vor dir hätte drankommen sollen?", fragte er gelassen, so als sei Fieber auch bei jüngeren Kindern nicht immer gleich tödlich. Dann wandte er sich noch einmal der Frau im Lazarett zu.


    "Neph, würdet Ihr euch dem Wartenden annehmen und bei der Gelegenheit Hedan hinausgeleiten, so Ihr fertig seid?"


    Er deutete Dorian derweil an, sich zu setzen, damit er nicht die ganze Zeit in das ängstliche Gesicht des übervorsichtigen Vaters blicken musste.


    "Bevor ich es vergesse: Es freut mich diese Worte von euch zu hören, Neph. Denn ich vermute eure Freunde und ihr passt - nach allem was ich bislang mitbekommen habe - vortrefflich in diesen Zusammenschluss. Zumindest schon einmal insofern, als dass wir ohnehin mehr von denen brauchen, die nicht einfach nur gut im Schlachten sind, sondern zu unserem Zusammenleben in jedweder anderer Hinsicht etwas beitragen können. Mehr von denen, die nicht nur die große Weltpolitik sondern auch die kleinen Leute im Blick haben. Wir sind schließlich kein Bund aus Kriegern, Diplomaten und ihren Heilern. Und eure Hilfe im Lazarett ist mir stets Willkommen. Verdingt euch hier, solange ihr wollt. Später, in Kelemthal, werden dafür sicherlich auch einige Münzen den Weg in euren Beutel finden."


    Beim Wort Politik streifte sein Blick den Geweihten, der sich ihm aufgedrängt hatte. Nur ein Fünkchen Kritik am ehemaligen Bannerrat.


    "Zu Kelemthal selbst weiß ich nicht all zu viel zu sagen, außer dass wir dieses schöne aranische Klima hinter uns lassen müssen, um dorthin zu gelangen, dass es nicht am Meer gelegen ist, dafür umso näher am Gebiet des Schwarzen Eises. Aus einer Grenzprovinz geflohen, um am Ende wieder in einer solchen zu enden. Ich tue mich etwas schwer damit, da mir zumindest die Temperaturen hier weit mehr zusagen als im alten Zackenberg. Von Vorteil an der neuen Siedlung dürfte hingegen sein, dass es nur einen Katzensprung bis zur Hauptstadt Shan Meng-Feyn ist. Zumindest soll es auch gleich zwei Flüsse geben, doch, nun, der Weg bis zur offenen See ist weit. Oder sandig, falls man doch eher zu Fuß losmarschieren möchte."


    "Doch jetzt... habe ich es mit einem Fall von ungeduldigem Geweihten zu tun. Lasst uns später weiter sprechen, ja?"


    Khaid blickte nochmals zu Neph, als er die Frage stellte, dann zurück zu Dorian. Nachdem der Therbûnit mindestens eine ganze Minute Zeit geschunden hatte, schien er es nun zu sein, der auf eine Antwort des Mannes mit Kind auf dem Arm wartete.


    "Nun,, erzähl mir, was du zu erzählen weißt."

    :queen:


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  • Dorian wippte mit den Füßen auf und ab. Tatsächlich war er einmal nicht an Worten interessiert, auch wenn sie hier und jetzt tatsächlich auch ein Fall für ihn gewesen wären.


    "Sie ist heiß und sie quengelt mehr als üblich. Und als ich sie vorhin gebadet habe, hat sie ganz fürchterlich gekotzt. Ich... brauche deine Hilfe."


    Erst jetzt drehte er sich zu dem Mann um, der im Eingang stand. Hob kurze die freie Hand und nickte ihm zu. Sie kannten sich, zum Glück. Er würde es ihm später entschädigen und das wusste er.

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  • Ihre herausragenden Talente... Die Frage des Geweihten war für sie nicht leicht und vor allem nicht kurz zu beantworten. Nicht weil sie vor so unsagbar vielen herausragenden Talenten überquoll, eher weil das ein oder andere Gewerbe durchaus einer längerfristigen Erklärung und einem Sinnzusammenhang bedurfte.
    Und zusätzlich die Frage: Was wollte sie preis geben?
    Mit einem melancholischem Ziehen und einem Gefühl von Mitleid für ihr früher unbescholtenes Gemüt stellte sie fest wie misstrauisch sie über die Jahre geworden war. Nicht, dass es sie nach allem groß überrascht hätte. Aber war früher nicht die in Witz verpackte Ehrlichkeit ihr Schild gewesen?


    Bevor sie antworten konnte, rauschte Dorian herein. Gut so, es gab ihr Zeit ein weiteres Mal darüber nachzudenken, was sie Khaid erzählen wollte.


    Ihr war Dorian schon mehrfach über den Weg gelaufen. Er war der, den sie und Phexdan damals zufällig getroffen hatten, so nah am Heerlager gegen die Festung des Schwarzen Eises. Er hatte von dem Zusammenschluss der Aventurier erzählt. Auch damals hatte er die kleine Freya bei sich gehabt – und seine Frau Boronaya.

    Ein offener Geweihter des Listenreichen… Ungewöhnlich. Sie liefen einem in mittelreichischen Kreisen selten über den Weg.
    Sie erinnerte sich an die silbernen Fuchsmasken im Tempel der Sterne und labte sich und litt einen Augenblick an ihrer Nostalgie.


    Mit einem Nicken quittierte sie Khaids Worte – ließ sie weitgehend unkommentiert stehen.
    "Gut, führen wir das später fort." Entfuhr es ihr nur voll Ruhe.
    Sie war nie überdurchschnittlich schweigsam gewesen - Es war nur nicht die Zeit, ihre Plauderei fortzusetzen.
    Sie geleitete Hedan hinaus, wünschte ihm gute Besserung und sah dem Auswanderer einen Wimpernschlag lang nach, ehe sie sich wieder dem Innenleben des Lazarettzeltes zuwandte.


    Ihr Blick streifte die arme kleine Freya in ihres Vaters Arm.
    In ihren Erinnerung hallte das Weinen ihrer eigenen Tochter, als die allererste Krankheit sie heimgesucht hatte.
    Sie sah in Gedanken ihr erstes Baby in Voltans Armen.
    Sie sah die Mädchen mit Assaf und Calaman im Garten spielen.

    Sie sah Voltan, wie er den Kaninchenstall reparierte, nachdem Calaman herausgefunden hatte, wo er am besten nagten musste, um ein Schlupfloch zu fabrizieren.
    So viele Jahre vergangen.. Sie wischte unwirsch die alten Bilder fort und mit ihnen die Beklommenheit.


    Dieses Mal hatte sie nicht zugehört, was gesprochen wurde.

    Sie realisierte, wie sie sich Essandra zugewendet hatte. Das Mädchen lag still auf einem der Lagerbetten im Zelt. Sie war vor zwei Tagen beim Sammeln von Möweneiern von der Klippe gestürzt und seit dem nicht wieder aufgewacht. Aber es war noch Leben in ihr.

    Die Rotgekleidete prüfte ihre Stirn, ihre Atmung, besah sich die Blutergüsse an ihrer Gesichtsseite.


    Anschließend erhob sie sich, um endlich auf den Wartenden zuzuhalten.

    Sie erinnerte sich an ihn. Er hatte sich in Zackenberg niedergelassen, um als Bauer ein neues Leben zu beginnen. Sie hatte seine Frau sterben sehen - als das Schwarze Eis nicht mehr aufzuhalten war. Man hatte versucht sie zu retten, aber sie und Khaid hatten nichts mehr ausrichten können, außer festzustellen, dass Golgari sie fortgetragen hatte. Seit dem litt Semjeff an Schlafstörungen.

    Sie deutete ihm an sich zu setzen und sprach leise und diskret über seine gesundheitlichen Sorgen.
    Die Lazarettschwester gab ihm eine wöchentliche Dosis an Katzenkraut mit. Während sie ihm ernst und ruhig, mit samtig-verständnisvoller Stimme gut zusprach, dachte sie darüber nach, dass Katzenkraut Feline und Elfen wuschig machte wie Säue zur Brunftzeit. Sie erwähnte den Umstand nicht.

  • Aufmerksam hatte der Therbûnit den wenigen Worten von Dorian gelauscht. Bisweilen brachte der Geweihte wenig Verständnis für das Gebaren einiger Eltern auf, die mit jeder Kleinigkeit zum nächsten Heiler liefen. Sicher, irgendwo war es ihre Pflicht und dennoch zeigte sich Khaid nicht begeistert, was aber vielleicht auch daherrührte, dass ihm Kinder in der Regel zu laut waren und die meisten Elternteile ihm bei der Arbeit fast unnötig pedantisch über die Schulter sahen. Ein Trollzacker wäre ihm lieber gewesen.


    "Dann sehen wir uns die kleine einmal an", entgegnete der Perainediener und richtete das Hauptaugenmerk auf Freya. Eher beiläufig zog sich Khaid während eines ersten, prüfenden Blickes einen Handschuh über die linke Hand, dann legte er die Rechte an die Stirn des Mädchens, wo er sie einen Moment verweilen ließ.


    Beim Fazit hielt er sich kurz: "Warm. Ja."


    "Erst seit heute Morgen? Ist euch oder dir noch etwas aufgefallen? Husten, Stuhlgang normal? Hat sie nur einmal gebrochen? Hast du schon irgendetwas versucht?"


    Während Khaid fragte, langte er neben sich in ein Glas und griff nach einem Mundspachtel.


    Wenn er nicht mehr aus Dorian herausbekam, würde das sicher länger dauern.

    :queen:


    "Der Metzger weiß, dass die Heilung nur durch die Erteilung zusätzlicher Schmerzen zum Erfolg gedeihen kann."

  • "Heute Nacht ist es angefangen, und ich dachte mir erst nicht viel dabei, doch als ich sie so brechen sah... kam ich direkt her."


    Es war furchtbar für Dorian, und genau so verhielt sich seine Stimme.


    "Gegessen hatte sie bis dahin auch vollkommen normal. Nur... nur ihre Augen schauen nicht mehr so glücklich..."


    Nervös auf und ab tretend, die Arme verschränkt, stand er da und wartete das Ergebnis ab...

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  • ..Fieber ..zuerst in der Nacht.. keine Anmerkung zu einem Difar.. normal gegessen.. Erbrechen.. nach dem Baden.

    ..klang es in ihrem Kopf nach, während sie das restliche Katzenkraut zusammenfaltete und ein grobes Band um die trockenen Stängel wand.


    ...doch nicht die Seitenkrankeit? Dann wäre sie wohl wärmer als 'etwas warm' und würde mehr weinen..
    ... ein Dumpfschädel..? Es kam gerade bei Kleinkindern vor, dass sie sich dabei erbrachen. Und er schlich sich rapide in die Gesundheit. Eine Möglichkeit.
    ..hätte sie etwas Schlechtes zu sich genommen (sie wusste ja, wie gerne kleine Kinder sich irgendwas in den Mund steckten..), würde wahrscheinlich auch der untere Bereich ihrer Eingeweide entsprechend fäkal antworten. Also eher nicht.


    Sie warf dem Vater und seinem Kind und Khaid mit seinem Mundspachtel einen Blick zu. Was würde der Heiler feststellen? Sie behielt ihre Ratschläge bezüglich wirksamen Tees für sich - sie wollte es sich nicht mit dem Therbuniten verderben. Und sie war sich ziemlich sicher, dass er es hasste, wenn man ihm seine eigene Wichtigkeit dämpfte.

  • Khaid fröstelte es bei den Worten von Dorian, nicht ob des Erbrechens, sondern der ach so unglücklichen Augen. Es waren, sicher, die Worte eines liebevollen Vaters und dennoch war alles daran so unerträglich kitschig - und an und für sich noch kein Besuch im Lazarett. Das Brechen, die erhöhte Temperatur, schon eher. Vermutlich. Er war sich noch nicht sicher, doch möglicherweise würde ihm der Spachtel einen hilfreichen Einblick in das Innenleben der kleinen Freya Fuxfell geben.


    Für gewöhnlich hätte er die Untersuchung ausgereizt und spätestens kurz vor Ende eine bitterernste Miene aufgesetzt, um Dorian eine vermeintlich schlechte Kunde zu überbringen. Allerdings war der unglückliche Ausdruck in den Augen des Mannes auf dem Schemel Grund genug, ihn nicht weiter zu strapazieren. Er sorgte sich schlicht. Kein Grund, ihm das zur Last zu legen - auch wenn ihn das bestätigte, dass die Besuche Erwachsener die bessere Arbeit waren. Sie ließen sich eher von Ernst befreien als wenn der Vater mit der Tochter. Und ihre Sorgen würden Dorian ohnehin länger auf Trab halten. Ja, die kleine Freya wurde allmählich erwachsen...


    Er sollte ihn nicht länger auf die Folter spannen - er hatte lange genug nachgesehen, sich die Kleine genau angesehen - vermutlich.


    Mehr als den Spatel und einen tastenden Finger im Mund des kleinen Mädchens hatte er auch kaum benötigt. Auch wenn besonders der Finger eher für Irritation gesorgt haben dürfte - und eine noch schlimmere Leidensmiene bei Freya. Doch da musste sie durch, wenn es ihrem Vater je wieder gut gehen sollte.


    "Vorab.. keine Sorge, Dorian. Es ist, denke ich, nichts schlimmes. Dennoch habe ich wohl gute wie schlechte Nachrichten - nach welchen steht dir eher der Sinn?"

    :queen:


    "Der Metzger weiß, dass die Heilung nur durch die Erteilung zusätzlicher Schmerzen zum Erfolg gedeihen kann."

  • In der besorgniserregenden Miene schwang nun ein Hauch Hoffnung, aber auch Zorn mit. Es war eigentlich nie seine Art gewesen, direkt zum Punkt zu kommen sondern die Leute Schritt für Schritt selbst auf den Gedanken zu bringen.

    Das hier, war etwas anderes.


    "Die schlechte zuerst Khaid, immer erst die schlechte..."


    Mit seinen Worten versuchte er eine gewisse Lässigkeit durchklingen zu lassen, einen Hauch von 'ich bin auf das schlimmste gefasst'.


    Doch er war es nicht.

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  • Khaid schmunzelte und antwortete dem Vater mit der Tochter auf dem Arm ganz gelassen:


    "Die Schlechte - gut, mein Freund, du wirst genau das in den kommenden Monaten noch sehr oft durchmachen müssen."

    :queen:


    "Der Metzger weiß, dass die Heilung nur durch die Erteilung zusätzlicher Schmerzen zum Erfolg gedeihen kann."

  • "Sie zahnt?" fragte Nef nun überrascht und erleichtert zugleich.

    Die getrockneten Kräuter waren geordnet - endlich.


    Sie klopfte die Finger an der improvisierten roten Schürze ab und hielt auf die drei zu.
    "Sie auf geröstetem Brot herumkauen zu lassen, kann helfen, lindert wohl das Jucken. Solange es nicht steinhart ist.." fügte sie schmunzelnd an und stemmte locker einen Arm in die Seite.


    "PhexseiDanksind die ersten Zähne die Schlimmsten." ergänzte sie sachte nickend und band sich die Schürze ab. Sie würde gleich zurück zu ihrem Lager gehen. Der Tag - oder zumindest ihre Wachphase - war lang gewesen.

  • All die Anspannung ließ ab. Statt Sorge war Freude, statt Kummer war Hoffnung in sein Gesicht zurück gekehrt.


    "Ihr... Ihr erster Zahn? Ist das wahr? Das ist ja... TRAUMHAFT! Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Das sind... großartige Nachrichten."


    Mit beiden Händen Griff er nach seiner Tochter und hob sie über sich in die Höhe. Er lachte ganz gelassen und in das Gesicht seiner Tochter kehrte die reflektierte Freude ein.


    "Danke mein Freund, und auch euch danke...Neph... war richtig oder?

    Ich werde den Rat annehmen. Brot, sehr gut! Es gibt noch viel vorzubereiten, der Abmarsch steht bevor!"

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  • Die Aufregung im Lazarett und die schiere Freude, mit der Dorian nach Freya griff, veranlasste den Therbûniten dazu sich zu räuspern, ehe er das Wort ergriff.


    "Gerne, Dorian - zwar habe ich keinerlei Diagnose geäußert, aber es war doch schön, dass du hier warst."


    Schnippisch. Vielleicht verstand er auf diesem Wege, dass es sich zunächst nur um eine Vermutung von Neph gehandelt haben dürfte.


    Der Umstand, dass sie damit voll ins Schwarze getroffen hatte, stand auf einem anderen Blatt. Es ging ihm dabei auch nicht um Autorität oder derlei, aber wenigstens ausreden wollte er sowie die These seiner Helferin bestätigen. Für gewöhnlich noch ehe sich ein Patient bedankte und von dannen zog, ohne noch einen Blick zurück zu werfen.

    :queen:


    "Der Metzger weiß, dass die Heilung nur durch die Erteilung zusätzlicher Schmerzen zum Erfolg gedeihen kann."

  • Kurz hielt er inne. Verunsichert schaute er zu den Therbuniten.


    "Ist es etwas anderes?"

    "I like goblins, they make funny little popping sounds when they die"

    - Braids, dementia summoner

  • Khaid blieb, um es dem Vater unnötigerweise schwer zu machen, schlicht ernst.


    "Nun... nein. Es ist, wie Neph sagte, eine recht natürliche Angelegenheit. Freya zahnt, das ist der Ursprung für ihr Quengeln."


    Er machte eine kurze Pause.


    "Allerdings! Das Erbrechen ist keine gewöhnliche Beschwerde beim Zahnen. Durchfall oder Fieber wären es auch nicht. Eine erhöhte Temperatur hingegen ist noch im Rahmen. Dennoch ist Vorsicht geboten - gerade bei Kindern passieren mitunter schließlich die seltsamsten Dinge, und wir wollen nicht, dass es sich in eine falsche Richtung entwickelt. Ich dachte nur, dass du beziehungsweise ihr das vielleicht wissen solltet. Ansonsten gilt, was bei erhöhter Temperatur oder Erbrechen eben gilt. Besser keinen Alkohol,, eher leichte statt deftige Kost, sofern sie überhaupt etwas zu sich nehmen möchte. Ansonsten werde ich dir zu Erbrechen hoffentlich keinen Vortrag halten müssen."


    Damit endete er und sah, nach wie vor, zu seinem Gegenüber. Er mochte es eigentlich nicht, lange Monologe zu halten. Doch bevor ihn wieder jemand unterbrach... nahm er sich eben die Zeit und erklärte dem Vater, was er nach seinem eigenen Empfinden noch mit auf den Weg gegeben haben sollte.

    :queen:


    "Der Metzger weiß, dass die Heilung nur durch die Erteilung zusätzlicher Schmerzen zum Erfolg gedeihen kann."

  • Eine dunkle Braue hob sich unmerklich, als Khaid sein verschnupft-empörtes Spielchen trieb.

    Sie faltete ihre Schürze locker und warf sie schwungvoll aber gezielt eine Armeslänge zu der passenden Kiste.


    Es machte nur Sinn, dass das Kind zahnte. Das Alter passte - die geschilderten Umstände ebenso.

    "Ihr erinnert mich an einen überkorrekten Wachmann, Khaid. Einer, der dem gaukelnden Volk seine Lieder am Feuer verhagelt." kommentierte sie trocken, aber nicht ohne ein nachsichtig-resigniertes Schmunzeln.