Zu fremden Gestaden,

  • Es war schon länger Tarvins Plan sich einer Expedition anzuschließen, endlich mehr von der Welt sehen und nicht nur von Reisenden Geschichten zu hören. Wärend seiner Novizenzeit war er ein wenig durch das Mittelreich gereist zu verschiedenen Tempeln und heiligen Orten. Doch er sehnte sich nach mehr. Zwischenzeitlich fragte er sich ob ihn die Göttin von etwas fernhalten wollte. Wärend der Tragödie um Perricum und dem Schwert der Schwerter war er auf Reisen ins Horasreich. Kaum wieder zurück ereignet sich das Unheil von Arivor, wo er noch vor seiner Abreise einige Tage mit ansässigen Geweihten und Novizen diskutiert hatte.

    In seinem Heimattempel in Gareth wieder angekommen gab es in Versammlung der anwesenden Geweihten. Es wurden lang und viel über die Zukunft der Kirche uns Senne diskutiert.

    In eigenen Gedanken verloren, bekam er nur halb mit was geschah bis die Sennen Meisterin "Methode" erwähnte. Wie ein Schock ging durch Tarvin und plötzlich lag all seine Konzentration

    auf die Sprecherin. "Also, geht jemand aus unserer Senne dem nach?" Tarvin erhob sich. Er hatte ein paar Geschichten von diesem entfernten Kontinent gehört und von anderen Aventüren die dort hin aufgebrochen sein sollen. "Ich gehe" sagte er nur kurz aber bestimmt. Nach einer kurzen Stille und musternden Blicken des Tempelvorstehers und der Sennen Meisterin saht sie nur kurz "Fein. Kommt morgen nach der Morgenandacht zu mir und ich gebe sage euch was ihr Wissen müsst"




    Zwei Wochen später stand Tarvin an der Reling der Thalukke Saphierschimmer, angestrengt den Blick auf den Horizont gerichtet. Die Unterweisung der Sennenmeisterin hat ihm etwas einblick gegeben in die Umstände auf Mythodea. Schwarzes Eis, Untotes Fleisch, das klang alles so, als ob die Dämonen versuchen auch in diesem Kontinent einzufallen, auch wenn es laut der Beschreibung etwas anderes sein soll. Kaum das dieser Gedanke wieder durch seinen Kopf ging, verkrampfte sich Tarvins Magen. Noch immer schallten die Worte des ersten Mats Jalef in seinem Ohr

    "Efferd hat uns mit gutem Wind und ruhiger See beschenkt". Er wollte gar nicht wissen wie die See aussah wenn Efferd zornig ist. Er war das blanke Gespött an Bord. Zwar wurden

    die Matrosen, die schon über Tarvins Zustand gescherzt haben vom Kapitän zurecht gewiesen, aber ihm war klar, dass die hinter seinem Rücken feigsten.

    Wieder lehnte er sich über die Reling, wieder entlud sich sein Mageninhalt ins Meer. Hoffendlich würden sie Mythodea schnell erreichen. Für Schiffsreisen war er einfach nicht geboren.

    Der Auftakt seiner Queste war grauenhaft.

  • Nach einigen Tagen änderte sich Überfahrt vollständig. Dichter Nebel umhüllte die Thalukke während Wind und Wellen vollständig verschwanden. Eine absolute Flaute, die Tarvin fast wahnsinnig machte. Zur Ironie an dieser Situation gehörte allerdings, dass er sich endlich wieder vernünftig bewegen konnte. Der komplette Stillstand des Schiffes verschaffte ihm eine Verschnaufpause von der Seekrankheit.


    Unruhig ging Tarvin das Deck auf und ab. Alles was ihm diese Reise bis jetzt gezeigt hatte, war etwas was er schon seit einigen Jahren immer wieder miterleben musste. Man muss bestimmte Gegebenheiten demütig hinnehmen. Was nicht heißt, dass er sich keine Sorgen machte. Alles an diesem Nebel fühlte sich merkwürdig an. Alles wirkte sehr“ gedämpft“, jedes Geräusch, jedes Gefühl. Er wurde ja gewarnt, dass diese Reise viel Unerwartetes bringen würde, aber auf so etwas hätte er sich auch in Monaten schwer vorbereiten können.


    Das eine oder andere Mal waren Schatten im dichten Nebel zu sehen. Einige waren größer als mittelreichische Galeonen, andere nicht größer als Ruderboote. Aber egal wie dich diese an das Schiff rankamen, mehr als grobe Umrisse war nicht auszumachen. Einiger der Schatten hatten nicht mal die Form eines Schiffes. Könnten sich hier Wale rumtreiben oder doch sogar eine Seeschlange wie aus den Legenden der Thorwaler? Plötzlich ging ein Ruck durch das Schiff, der alle an Deck kurz ins straucheln brachte. Einige der Matrosen liefen Unterdeck kamen aber nach kurzer Zeit wieder aus. „Nichts zusehen Kapitän Was auch immer was, dass Schiff hat es gut wegesteckt“ rief einer der Matrosen in die Kapiänskajüte. Ein flaues Gefühl in der Margengegen verriet Tarvin allerdings was los war. Sie würden den Nebel gleich verlassen und wieder in „ruhige“ Gewässer fahren.


    Tarvin ging wieder zurück an die Reling und kurz darauf lichtet sich der Nebel und gab den Blick auf einen strahlend blauen Ozean frei. „Herr Efferd sei mir gnädig und lass diese Reise bald vorbei sein“ sagte er leise.