Zu fremden Gestaden,

  • Es war schon länger Tarvins Plan sich einer Expedition anzuschließen, endlich mehr von der Welt sehen und nicht nur von Reisenden Geschichten zu hören. Wärend seiner Novizenzeit war er ein wenig durch das Mittelreich gereist zu verschiedenen Tempeln und heiligen Orten. Doch er sehnte sich nach mehr. Zwischenzeitlich fragte er sich ob ihn die Göttin von etwas fernhalten wollte. Wärend der Tragödie um Perricum und dem Schwert der Schwerter war er auf Reisen ins Horasreich. Kaum wieder zurück ereignet sich das Unheil von Arivor, wo er noch vor seiner Abreise einige Tage mit ansässigen Geweihten und Novizen diskutiert hatte.

    In seinem Heimattempel in Gareth wieder angekommen gab es in Versammlung der anwesenden Geweihten. Es wurden lang und viel über die Zukunft der Kirche uns Senne diskutiert.

    In eigenen Gedanken verloren, bekam er nur halb mit was geschah bis die Sennen Meisterin "Methode" erwähnte. Wie ein Schock ging durch Tarvin und plötzlich lag all seine Konzentration

    auf die Sprecherin. "Also, geht jemand aus unserer Senne dem nach?" Tarvin erhob sich. Er hatte ein paar Geschichten von diesem entfernten Kontinent gehört und von anderen Aventüren die dort hin aufgebrochen sein sollen. "Ich gehe" sagte er nur kurz aber bestimmt. Nach einer kurzen Stille und musternden Blicken des Tempelvorstehers und der Sennen Meisterin saht sie nur kurz "Fein. Kommt morgen nach der Morgenandacht zu mir und ich gebe sage euch was ihr Wissen müsst"




    Zwei Wochen später stand Tarvin an der Reling der Thalukke Saphierschimmer, angestrengt den Blick auf den Horizont gerichtet. Die Unterweisung der Sennenmeisterin hat ihm etwas einblick gegeben in die Umstände auf Mythodea. Schwarzes Eis, Untotes Fleisch, das klang alles so, als ob die Dämonen versuchen auch in diesem Kontinent einzufallen, auch wenn es laut der Beschreibung etwas anderes sein soll. Kaum das dieser Gedanke wieder durch seinen Kopf ging, verkrampfte sich Tarvins Magen. Noch immer schallten die Worte des ersten Mats Jalef in seinem Ohr

    "Efferd hat uns mit gutem Wind und ruhiger See beschenkt". Er wollte gar nicht wissen wie die See aussah wenn Efferd zornig ist. Er war das blanke Gespött an Bord. Zwar wurden

    die Matrosen, die schon über Tarvins Zustand gescherzt haben vom Kapitän zurecht gewiesen, aber ihm war klar, dass die hinter seinem Rücken feigsten.

    Wieder lehnte er sich über die Reling, wieder entlud sich sein Mageninhalt ins Meer. Hoffendlich würden sie Mythodea schnell erreichen. Für Schiffsreisen war er einfach nicht geboren.

    Der Auftakt seiner Queste war grauenhaft.

  • Nach einigen Tagen änderte sich Überfahrt vollständig. Dichter Nebel umhüllte die Thalukke während Wind und Wellen vollständig verschwanden. Eine absolute Flaute, die Tarvin fast wahnsinnig machte. Zur Ironie an dieser Situation gehörte allerdings, dass er sich endlich wieder vernünftig bewegen konnte. Der komplette Stillstand des Schiffes verschaffte ihm eine Verschnaufpause von der Seekrankheit.


    Unruhig ging Tarvin das Deck auf und ab. Alles was ihm diese Reise bis jetzt gezeigt hatte, war etwas was er schon seit einigen Jahren immer wieder miterleben musste. Man muss bestimmte Gegebenheiten demütig hinnehmen. Was nicht heißt, dass er sich keine Sorgen machte. Alles an diesem Nebel fühlte sich merkwürdig an. Alles wirkte sehr“ gedämpft“, jedes Geräusch, jedes Gefühl. Er wurde ja gewarnt, dass diese Reise viel Unerwartetes bringen würde, aber auf so etwas hätte er sich auch in Monaten schwer vorbereiten können.


    Das eine oder andere Mal waren Schatten im dichten Nebel zu sehen. Einige waren größer als mittelreichische Galeonen, andere nicht größer als Ruderboote. Aber egal wie dich diese an das Schiff rankamen, mehr als grobe Umrisse war nicht auszumachen. Einiger der Schatten hatten nicht mal die Form eines Schiffes. Könnten sich hier Wale rumtreiben oder doch sogar eine Seeschlange wie aus den Legenden der Thorwaler? Plötzlich ging ein Ruck durch das Schiff, der alle an Deck kurz ins straucheln brachte. Einige der Matrosen liefen Unterdeck kamen aber nach kurzer Zeit wieder aus. „Nichts zusehen Kapitän Was auch immer was, dass Schiff hat es gut wegesteckt“ rief einer der Matrosen in die Kapiänskajüte. Ein flaues Gefühl in der Margengegen verriet Tarvin allerdings was los war. Sie würden den Nebel gleich verlassen und wieder in „ruhige“ Gewässer fahren.


    Tarvin ging wieder zurück an die Reling und kurz darauf lichtet sich der Nebel und gab den Blick auf einen strahlend blauen Ozean frei. „Herr Efferd sei mir gnädig und lass diese Reise bald vorbei sein“ sagte er leise.

  • Tarvin musste sich schon ein wenig zusammenreißen nicht das Pier zu küssen, als er endlich von Bord der Saphireschimmer ging. Nie hatte er sich so gefreut festen Boden unter den Füßen zu haben. Er war um eine Erfahrung reicher. Eine lange Schiffsreise über die weite See und durch dichten Nebel. Irgendwann würde er diese Reise noch einmal antreten. Schnell schob er diesen Gedanken beiseite. Mit Schiffen wollte er erstmal nichts mehr zu tun haben. Er nahm seine Sachen und machte sich auf den Weg in die Stadt, er war zwar schon am richtigen Ort, aber von hier aus musste er nur noch das Lager der Aventurier finden. Auf seine Fragen bekam er von den Hafenarbeitern nur mürrische genuschelte Antworten. „Stadtrand“ und „Straße Landinwerts“ waren noch die verständlichsten Worte.


    Er ließ den Hafen hinter sich und machte sich auf die Suche. Die sollte allerdings nicht lange dauern, denn nach einem kurzen Marsch waren Banner zu sehen. Eine weiße Waage vor schwarzem Berg auf grünem Grund, Das Wappen von Zackenberg. Seine Reise war beendet. Naja zumindest diese Reise.


    Mit einem Lächeln auf dem Lippen und einer leichten Nervosität im Herzen betrat er das Lager.

    den Zwölfen zum Gruße. Bei wem muss man sich als Neuankömmling melden

  • Der Geweihte der Leuin traf am Lagereingang auf einen Wächter, dieser erwiderte den Gruß "seid gegrüßt Euer Gnaden, ihr kommt zu einer Stunde, da sich hier alle in Aufbruch befinden. Wir brechen auf zu unserem neuen Siedlungsgebiet, dass man uns zugeteilt hat, nach Kelemthal. Melden könnt ihr Euch entweder bei Dorian Fuchsfell oder bei der Edlen Heroldin Federica Bonavesia di Volemo. Unsere Führung befindet sich momentan nicht im Lager, sie sind in die Holdt aufgebrochen."

    Für die Heimat, für die 12

  • Die Frau in Rot stiefelte gemeinsam mit Phexdan den Weg von der Hafenstadt hinauf zum Aventurischen Lager auf das windige Plateau, das sich neben Gutenbucht erhob und in einer Klippe zum Meer hin endete. Nepheruna hatte sich ihre weite - ebenfalls weinrote - Gugel aufgesetzt, um die stechende Praiosscheibe abzuschirmen. Ein paar Zöpfe des langen Haars lugten hervor, verziert mit silbrigen Zinnperlen und Ringen.

    Sie trug einen Korb bei sich, den sie sich locker unter einen Arm geklemmt hatte.

    Endlich wieder getrocknete Datteln, Feigen und fruchtigen Tee genießen... Dazu hatte sie sich eine neue Erinnerung in Form einer Halskette besorgt.


    Nef beobachtete den Mann, der einige Schritt vor ihnen beiden den Pfad zur Zeltstadt beschritt und im Umkreis der Wachhabenden zum Stehen kam.
    Musternd behielt sie etwas Abstand, blickte einen Wimpernschlag lang vielsagend zu Phexdan.

  • Einen Augenblick lang betrachtete er die Gestalt des Geweihten nahe der Wachen. Ein Geweihter der tapferen Schwester Rondra? So jemand war ihm immer willkommen. Ohne mit Nef noch ein Wort zu wechseln setzte er sich in Bewegung, um den Unbekannten von der Wache zu befreien. Noch im näherkommen erhob er die Stimme.
    "Preise die Schönheit, Bruderschwester!".
    Gehüllt in Stoffe verschiedener Farben und mit einem breiten Lächeln im bestenfalls nachlässig rasierten Gesicht, streckte der Maraskaner Tarvin die Hand entgegen.
    "Willkommen! Ein Verfechter der standhaften Schwester Rondra ist mir immer eine Freude! Ich bin Feqzjian von Tuzak - aber nenn mich ruhig Phexdan. Garethjas geht das oft leichter von der Zunge.", damit machte er eine halbe Drehung und deutete mit der noch freien Hand auf seine rotgewandete Begleiterin.
    "Das ist meine Freundin Nepheruna. Hast du Hunger? Durst? Können wir dir sonst helfen? Soweit ich weiß gibt es immerhin keine besonders informierenden Aushänge."
    Ein neugieriger Blick aus grünen Augen verhedderte sich an dem Geweihten und musterete ihn unverholen.

  • "na da hab ich aber auch mal glück gehabt, euch noch vor dem zug zu eurem neuen Land zu finden. Sonst hätte ich wohl noch einige Wochen auf Reisen verbracht" Er seufzte vor Erleichterung. "Na gut, dann mal frisch ans Werk, ich sollte den Herrn Fuchsfell und die Hohe Dame nicht warten lassen"


    Auf die plötzliche Stimme hinter ihm fuhr Tarvin rum.


    "Preise die ..... Vielfalt???" kurz ist etwas Unsicherheit in Tarvins Gesicht. Dann ergreift er aber die Hand von Fequjian. Im anschluss drehte er sich Nepheruna zu und verbeugte sich leicht.

    "Ich ehhhmm. Verzeiht ihr habt mich gerade etwas überrumpelt. Tarvin Leuentruzt mein Name und ich würde ja auf alle euren Fragen antworten. Ich könnte gerade jemaden brauchen der mich durchs Lager führt und mir die zeigt wo ich mich melden muss. Habe ja gerade schon gehört, ihr seid ja eigendlich schon in Aufbruchsstimmung"

  • Die hochgewachsene Frau mit ihrem Früchtekorb lächelte halb belustigt, halb wie ein Schachspieler, der auf einen Zug des Gegenübers zu warten schien, während sie Phexdans Begrüßungs-Litanei beobachtete.
    Sie trat einen Schritt vor und nickte dem Rondrianer tief und ehrerbietend zu, als ihr Gefährte sie mit Namen vorstellte.

    "Der donnernden Leuin zur ewigen Ehr'" grüßte ihre dunkel-ruhige Stimme samtig. Auch wenn sie vielleicht ein wenig wie eine - zugegeben eher gepflegte - Zahori oder Südaventurierin aussah, prägte keinerlei Akzent ihre Worte.
    "Es freut uns, Euch kennenzulernen, Euer Gnaden Leuentrutz." Sie nahm in einer galanten Bewegung eine reife Arange aus dem Korb und hielt sie ihm wie ein Willkommensgeschenk anbietend entgegen. Ihren Arm zierten mehrere Silberreife - er war allerdings nicht ganz so sehr geschmückt wie ihr Hals, an dem sicher ein halbes dutzend Anhänger, Ketten und Talismane hingen.
    "Da habt Ihr recht, Kelemthal wartet auf uns. Mir ist nicht bekannt, wie weit es weg ist, aber viele packen bereits ihre Habseligkeiten.
    Wir können Euch zum Zelt von Dorian Fuxfell geleiten! Hier entlang, bitte."

    Sie lächelte ihm noch einmal zu und deutete in einer fließenden Bewegung der freien Hand eine Lagerstraße entlang und setzte sich wiegenden Schrittes in Bewegung.

    Froh war sie, dass Khaid ihr von Kelemthal erzählt hatte. Wie es aussah, kam der Tag der Allianzwanderung näher, wenn die Wachen schon davon sprachen.

  • "Schönheit, Tarvin. Schönheit - weil die Welt schön ist. Ich darf doch Tarvin sagen?", setzte der junge Mann hinzu, nachdem er die Hand des Geweihten wieder hatte fahren lassen. "Wir reisen zum Glück mit relativ leichtem Gepäck. Das ist bei dir vermutlich anders?" Mit offenkundig bester Laune schickt er sich an den anderen beiden zu folgen.
    Bei genauerer Betrachtung offenbarte die Kleidung des Mannes einige geflickte Stellen und abgewetzte Säume. Neben den Stiefeln waren es lediglich die beiden Säbel an seiner Hüfte, die aussahen, als würde ihnen regelmäßig Pflege zuteil. Eine Rüstung dagegen suchte man vergebens wie es schien.
    "Woher kommst du? Der Aussprache nach, würde ich sagen - Mittelreich?"


    Während er noch auf die Antwort wartete, angelte er versuchsweise nach einer der Arangen in Nefs Korb.

  • "Ich würde es vorziehen, wenn ihr mich erstmal mit 'euer Gnaden' ansprecht. Bevor wir so persönlich werden, möchte ich euch erstmal richtig kennen lernen"

    Er nam die Arange, die ihm angeboten wurde und begann sie zu schälen. "vielen Danke" gab er kurz an Nepheruna.

    "Aber schön, dass die ersten Leute aus dem Lager die ich treffe gleich so gut gelaunt sind. Bei dem grummeligen Leuten an Hafen hatte ich ja schon Sorge, dass das hier die allgemeine Stimmung ist."

    Tavin schaute sich interessiert um und versuchte sich offensichtlich möglist viel vom Lager einzuprägen.


    "Um auf eure Frage zurück zu kommen" sagte er und wand sich Feqzjian zu. "Ich komme aus Gareth und hab diese...... beschwerliche Reise auf mich genommen, als einer der Abgesanden meiner Kirche. hmmm. Das klang jetzt dramatischer als es ist." Er grinste und schüttelte dem Kopf.

    "Und ihr?" Er schaute abwechsend seine beiden Begleiter an und "Bei euch Herr Phexdan hätte ich vermutet das ihr von Maraskan kommt. Ich dachte immer bei euch käme auf die Begrüßung 'Preise die Schönheit' die Antwort 'Preise die Vielfallt' oder habe ich da irgdwas falsch verstanden"

  • Sie schlenderte nicht, aber sie eilte auch nicht übermäßig.
    Beiläufig glitten ihre Blicke über weiße Zelte und mehr oder weniger bunte Fahnen. Überall prangten der schwarzgrüne Berg und der rote Avesvogel auf Weiß.

    Bald würde die Abzweigung zu den geräumigen Zelten der Schar aus dem aventurischen Zackenberg kommen.


    "Wir sind Golgari vom Flügel gesprungen", führte sie das Gespräch fort, nickte bedächtig und ergänzte, "Ja, so kann man es wohl sagen. An einigen Tagen war es sehr knapp für uns in der Freyenmark. Seine Gnaden Khaid aus Nordaranien - ein Therbûnit der Mildtätigen und ich waren manches Mal nicht so weit vom Schwarzeis entfernt, wie wir es uns erhofft hätten, während wir Schwerverwundete behandelten und Sterbenden die Hand hielten.
    Wir hatten Glück, wir erleben weiterhin jeden Tag Tsas Geschenk... Hier ist das Wetter sonnig, die Früchte süß und es weht diese angenehme Brise vom Meer her. Es gibt Datteln, Feigen... Arangen."

    Sie lächelte verschmitzt und blickte zu ihrem Korb, aus dem Phexdan sich gerade bediente.
    "Unsere gute Laune ist die Erleichterung der Überlebenden." Das Lächeln schwand nicht und sie atmete tief durch. Aber ihre nach tulamidischer Art schwarz umrahmten Augen zeigten einen kurzen Augenblick als Spiegel des Geschehenen auch schlimmste Gefühle aufwallen.

    Dann sah auch sie zu Phexdan.

  • Während er noch an der Schale der stiebitzten Frucht herumknibbelte setzte der Maraskaner während des gemeinsamen Weges zu einer Antwort an.
    "Aus Tuzak, um genauer zu sein Euer Gnaden. Es ist schön zu sehen, dass gute Laune Euch nicht in düstere Grübelei versetzt. Nehmt es mir nicht übel - aber so sehr ich die Euren auch schätze für das, was sie tun - gelegentlich zeigen sich Eure Glaubensbrüder doch grüblerisch bis hin zur Schwermut. Aber das ist nur meine Erfahrung!"
    Ein zugeneigtes Grinsen blitzte über das Gesicht des Mannes.


    "Was die Erwiderung des Grußes angeht: Nein - eigentlich nicht. Zumindest nicht in dem Landstrich, in dem ich geboren bin.
    Könnte aber sein, dass es den einen oder anderen Jünger von Schwester Tsa gibt, der die Vielfalt ebenfalls preisen will.
    Alles in allem also: Sicher nicht überall, warum aber nicht doch? Auf meiner Insel findet man schon von Dorf zu Dorf gerne unterschiedlichste Gebräuche. Auch ein Maraskaner kennt sie lang nicht alle."
    mitten im Schritt hielt er inne, um den Geweihten dann ein wenig genauer und etwas ernster zu betrachten als zuvor.
    "Viel wichtiger als die Korrektheit des Grußes - falls es sowas denn gibt - ist auch, dass Ihr Euch nicht scheut auf die Leute zuzugehen und versucht einen Gruß landestypisch zu erwidern. Das gefällt mir. Lasst es mich wissen, solltet Ihr in der kommenden Zeit Hilfe brauchen. Dann will ich sehen, was ich tun kann."

    Ehe er weiterging, saugte er die warme Luft tief in seine Lungen.


    "Mal angenommen, auf dem Feld fliegt ein Pfeil in Eure Richtung. Dann darf ich aber 'Du - runter!' sagen, oder?" , fügte er dann mit einem wohlwollenden Lächeln auf den von Bartstoppeln umrahmten Lippen an.

  • Das Lager war in allgemeiner Aufbruchsstimmung. Überall wurden Wagen und Packtiere beladen. Soldaten leerten Magazine voll mit Waffen und Rüstungsteilen. Teils waren auch schon Lücken in den Zeltreihen zu sehen. Auch in unmittelbarer Nähe des Herrschaftszeltes, wo die Zelte der führenden Personen gestanden hatten, waren Lücken, die darauf hinwiesen, dass diese Personen schon aufgebrochen waren. Außer Zivilisten, von Bauern über Handwerker bis hin zu Kindern war alles dabei, fielen dem aufmerksamen Beobachter zusätzlich Geweihte verschiedener Kirchen auf. So konnte in der einen Ecke eine Tsa-Geweihte beim Spielen beobachtet werden, in einer anderen Ecke sorgten einige Golgariten dagegen flichtbewusst für weniger fröhliche Stimmung. Doch auch die anderen Vertreter des Zwöflgötterglaubens von denen ein Blick zu erhaschen war, waren keinswegs untätig: Der Swafnir-Geweihte war inmitten einer kleiner gewordenen Meute von Thorwalern zu sehen, möglicherweise ging es um Al'Anfa oder die Haijagd. Wieder an einer anderen Stelle, zur selben Zeit, räumte ein Peraine-Geweihter mit etwas Unterstützung sein Lazarett aus. Dazwischen tummelten sich immer wieder Menschen, die ihrer Kleidung nach nicht ganz ins Bild passten, vermutlich waren es Krieger oder einfache Dorfbewohner, und den Blick auf das rege Treiben für einen Moment unterbrachen.

    Für die Heimat, für die 12

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  • Beim vorübergehen grüßte Nef mit schwungvoll grüßender Hand die Tsageweihte. Lange hatten sie sich in der Vergangenheit darüber unterhalten, dass der Weg des Kopfes vom Weg des Schwertes manches Mal untergebuttert wurde.


    "Ich wurde in Gareth geboren." erwiderte sie Tarvins Frage und richtete den Blick von Tsaja zum Rondrageweihten an ihrer Seite.

    "Mein Vater hatte einen Tuchhandel in Nardesheim. Aber das ist lange her. Seit dem... hat sich vieles - nein.. vielmehr alles geändert." fügte sich an, machte eine kurze deutende Geste mit der freien Hand auf sich selbst und lachte dunkel in sich hinein.

    "Ich habe meine letzten Jahre - bevor ich hier her kam - auf Maraskan verbracht."

  • Kurz entwich das Lächeln aus dem Gesicht des Geweihten.

    Ja ich hatte vom Fall von Neu-Zackenberg gehört. Wieder ein Ereignis wo ich hätte helfen können. Es sollte aber damals nicht sein. Warum auch immer, ich von großen Katastrophen ferngehalten wurde.“

    Dann riss er sich aber wieder zusammen und schaute sich wieder im Lager um.

    Aber es geht nicht darum, was ich alles verpasst habe. Jetzt bin hier und kann bei etwas wichtigem helfen.

    Er drehte sich zu Nepheruna. „Ihr seid also in der Heilkunst bewandert. Dann werden zwangsweise irgendwann eure Dienste benötigen. Aber ich hoffe wir haben bis dahin noch einige ruhige Tage.“

    Zu Feqzjian gewandt. „Auf dem Feld der Ehre könnt ihr natürlich ‚du‘ rufen. Es bei weitem kürzer als ‚euer Gnaden ich empfehle sich zu ducken, da der Gegner Geschosse aus uns abfeuert‘“ Er musste sich sichtlich das Lachen verkneifen. „Nein im ernst, bitte sagt ‚du‘. Ich würde dasselbe tun.

    Und keine sorge ich werde noch eure Erwartungen erfüllen zu gegebener Zeit ernst und schwermütig drein schauen. Das ist aber keine Laune mit der ich täglich durch die Welt wandere, dafür bin ich viel zu lebensfroh. Naja meistens zumindest

    Kennt ihr noch die Brennerei Pirol aus Gareth? Die die immer diese süßen Kirsch und Himbeerschnäpse herstellt. Ich habe vor der Abreise noch eine Flasche erstanden und wir könnten diese gemeinsam öffnen wenn sich die Gelegenheit bietet. Vielleicht wenn wir in diesem neuen Lehen angekommen sind.

  • Sie bog in die seitliche Lagerstraße ein, direkt zu auf die restlichen Zackenberger Zelte. Es hatte etwas Seltsames, wenn eine Zeltstadt nach und nach abgetragen und woanders aufgebaut wurde. All die improvisierten Straßen und weißen Stofffassaden hatten mit einem Mal Löcher und darunter zeigten sich nur die Reste vergilbten Grases und hunderte Königreiche von Ameisen.


    "Eigentlich nicht," erwiderte sie mit sanftem Lachen seine Anmerkung bezüglich der Heilkunst, "Ich habe in Gareth einem der Waisenhäuser in Eschenrod unter die Arme gegriffen und weiß auch daher zumindest Grundlegendes über verschiedene Tees für die Behandlung von Kinderkrankheiten und das Versorgen kleinerer Schnittwunden. Auf Maraskan dann half ich in einem Lazarett aus, wie auch hier. Meine Fähigkeiten belaufen sich eher auf das Reinigen der Wunden und das Verbinden. Der eigentlich Heilkundige ist der Therbûnit. Er ist nicht der einzige Peraine-Geweihte in diesem Lager - zu unserem Glück. Aber ich selbst bin mehr eine Lazarettschwester und das auch nur aus der Notwendigkeit der aktuellen Umstände. Es war schlichte Phexibilität."


    Ihr Lachen brach einen Moment herzlich aus, als Tarvin in Aussicht stellte, dass sie alle noch auf ihre Kosten kommen würden, eines ernst-schwermütigen Rondrianers angesichtig zu werden. Auch sie musste sich eingestehen, dass sie wahrhaft lebensfrohe Streiter der Leuin für seltene Pflänzlein hielt.


    "Pirol? Ich habe den Namen gehört, bin aber selbst nie dort gewesen. Wegen einer.. Verbindung zur Stadtwache war ich ein paar wenige Male mit im Morgenstern. Der scharfe Schnaps da ist allerdings nichts für mich. Eigentlich trinke ich auch nicht." setze sie schnell hinzu.
    Sie wollte ihm zu diesem Zeitpunkt weder auf die Nase binden, dass sie eben mit einem solchen - einem Stadtwächter - verheiratet gewesen war, noch den Eindruck erwecken, sie wäre trinkfest.
    "Zur Feier unserer Ankunft in Kelemthal würde ich aber ganz gewiss nicht ablehnen, mit einem Mann aus Gareth und dazu noch einem Streiter der Leuin zu trinken."
    Ihr amüsiertes Lächeln regte noch immer ihre Mundwinkel.
    "Da sind wir."
    Sie deutete auf ein weißes, eckiges Zelt, das sie Dorian Fuxfell und seinen Geschäften zuordnete. Sie war sich nicht absolut sicher, ob er seine Verpflichtungen der Leitung des Lagerabbruchs von dort aus koordinierte - allerdings hatte sie auch nichts Gegenteiliges erfahren.

  • Just in diesem Moment kam Dorian aus dem Zelt. Er war in einer Besprechung mit Federica ( Chris Chann ) gewesen, welche kurz vorher gegangen war.

    Jetzt hatte er ein aufgeschlagenes Buch in der Hand und prüfte ein paar provisorisch geschätzte Zahlen, als ob er daran vielleicht noch etwas ändern könnte.


    Und doch wenn er konzentriert in sein Buch schaute, den Neuankömmling und Neph vor seinem Zelt übersah er nicht.


    "Neph, schön dich zu sehen, dich brauche ich später noch, wenn du Zeit erübrigen kannst. Zusammen mit deinem Begleiter, Feqzijan.

    Und, warte, du bist hier um mir seine Gnaden vorzustellen. Meine Jungs haben wir schon von ihm berichtet."


    Dann wandte sich Dorian an Tarvin


    "Erfreut dich hier zu sehen, Bruder. Jede Klinge ist immer noch eine zu wenig, aber wir kommen voran. Hast du Fragen?"


    Er war direkt, unter Zeitdruck, keine Zeit mehr für lächelnde Freundlichkeiten.

    Die Lage war immer noch ernst.

    "I like goblins, they make funny little popping sounds when they die"

    - Braids, dementia summoner

  • "Nun ihr würde eich niemals dazu verführen Schnapps mit mir zu trinken, wenn ihr eigendlich garnicht trinkt. Ich wollte es nur angeboten haben."

    Als sie vor dem Zelt halt machten verbeugte sich Tarvin vor seinen Begleitern.

    "Ich danke euch für diese kleine Führung und die nette Unterhaltung. Ich werde dann erstmal wieder der Pflicht nachkommen und mich bei der derzeitigen Lagerverwaltung vorstellen. Ich wünsche euch noch einen angenehmen und erfolgreichen Tag."


    Gerade hatte er sich zum Zelt umgedreht, als Dorian heraustrat. Von dessen schneller und direkter Ansprache war Tarvin wieder etwas überrumpelt. Überrumpelt zu werden schien so langsam das Thema des Tages zu werden.


    "Sehr erfreut euch kennen zu lernen Herr Fuchsfell, Tarvin Leuentrutz mein Name. Nur zwei Fragen: Warum nennt ihm mich Bruder und wo kann ich anpacken?"


    das Dorian schon von seiner Ankunft wusste hatte Tarvin gardich aufgefasst, war doch kein Gardist an ihnen vorbei gelaufen als sie durchs lager gingen.

    auch war er von dieser Anrede mehr verwundert als von 'Bruderschwester', wie ihn der Maraskaner voerher genannt hatte.

  • Sie hatte gerade Tarvin etwas erwidern wollen, als Dorian aus dem Zelteingang schneite.


    Sie schmunzelte dezent, während eine Hand locker auf dem Korb Arangen ruhte.
    "Ich grüße Euch, Dorian! Ja, ich habe Eure Jungs laufen sehen, auch deshalb konnten wir uns etwas Zeit lassen", behauptete sie. "Seine Gnaden Leuentrutz suchte eine Anlaufstelle, ich hielt die hier für die passendste - ich gehe aber davon aus, er ist groß genug, sich selbst vorzustellen." Das Geschmunzel wurde ein heiter-neckendes Lächeln.


    "Nun denn, dann sehe ich zum frühen Abend noch einmal nach Euch, Dorian. Sonnenuntergang?"
    Sie wandte sich bereits zum Gehen.

  • "Ich mache keinen Hehl daraus, dass mein Herr Phex ist. Hier gelten andere Regeln."


    Hinter ihm aus dem Zelt kamen zwei Jungen, die sich wieder in Richtung des Hafens machten.


    "Wir reisen übermorgen ab. Bis dahin muss jedes Zelt, jede Truhe uns jeder Tropfen Wasser zusammengepackt und verladen sein. Ihr werdet überall hier Arbeit finden. Das Essen ist rationiert und wird es noch weiter, wenn wir es bis Kelemthal schaffen wollen. Ihr könnt euch an jeder beliebigen Runde Dazugesellen und mitessen. Wasser ist knapp. Es wird bald anders werden, und dann haben wir auch mehr Zeit für gemütliche Vorstellungen."

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