Evakuierung!

  • Zwei Tage waren seit dem Konvent der Rosen in TIefenwacht vergangen. Zwei Tage, in denen Stordan von Zackenberg und er durch das Aeris Portal geritten und seit Holzbrück unermüdlich unterwegs waren. Jetzt waren sie in Neu-Zackenberg angekommen und ihr Weg trennte sich noch, ehe Stordan überhaupt einritt. Sein Weg fühte ihn nun an die Front in den Süden, wo er Antonius die Nachrichten überbringen würde. Mit ihm war eine Abgesandtschaft aus dem Lehen Oron gekommen, die die Situation im Namen des Archons der Dornen Karl aus dem Hause Weber einschätzen sollten.


    Dorian hingegen ritt direkt in die Baronie, direkt ins Dorf. Von der Wache kaum wiedererkannt, wurde er allerdings schnell durchgelassen.

    "Schickt Boten zu Nebbi , Eslam Ernbrecht Hesindian von und zu Gareth (Eslam) und alle anderen Mitglieder der aventurischen Allianz, die am heutigen Tag noch in der Baronie verweilen. Treffen in einer Stunde im Amtszimmer der Heroldin Chris Chann (Federica)"


    Danach führte ihn sein Ritt weiter zur Burg, wo er sein Pferd irgendjemandem dort übergab ohne große Fragen zu stellen und in das Amtszimmer der Heroldin schritt.

    Ein kurzes Klopfen, bevor er sich selber öffnete, leider zu Unhöflich um auf ein 'Herein' zu warten.


    "Ich grüße euch, edle Dame. Wir haben leider keine Zeit für lange Höflichkeiten. Stordan ist wieder zurück zur Front. Das Reich der Rosen wird die Kinder und Zivilisten in den kommenden Tagen mit Schiffen evakuieren, die hier anlegen werden. Eins nach dem anderen. Und wenn das alles durch ist, müssen alle Handelswaren, alle Pferde, das Holz und das Papier mit evakuiert werden. Das alles muss fertig sein, bis die Soldaten von der Front den Rückzugskrieg hierher geführt haben.

    Ihr habt das Kommando. Setzt mich ein, wie ihr es für nötig erachtet. Ich kenne die meisten der Bürger von früher, hatte mit den Waisenkindern allerdings wenig Kontakt.

    Ah, und noch eins. Der Rest sollte gleich auch kommen, zumindest habe ich Boten nach ihnen geschickt."

    "I like goblins, they make funny little popping sounds when they die"

    - Braids, dementia summoner

  • Für einen Moment blickte sich der nordaranische Götterdiener im Siechenhaus um, nachdem der Bote gerade erst seine Bestellung aufgegeben hatte. Innerhalb einer Stunde sollte er sich demnach in der Amtsstube von Fräulein Bonavesia einfinden. Es musste schlecht um Neu-Zackenberg stehen, doch überraschen tat es ihn weniger.


    Nach allem was durchsickerte, herrschte hier und dort immer noch Krieg.


    Insoweit war die Situation für den Therbûniten ungewöhnlich als dass er seinen Dienst nicht an der Front verrichtete, nicht im Feldlazarett oder am Schlachtfeld tätig war. Dennoch hatte er den Eindruck die richtige Entscheidung getroffen zu haben: Der Winter rückte unaufhaltsam näher, mit ihm Krankheiten, die sich im Dorf wie ein Lauffeuer verbreiten konnten. Ein unglückseliger Umstand, wenn er bedachte, dass auf kurz oder lang einige Schwerverletzte den Weg in das Siechenhaus finden konnten. Eine noch so banale Infektion wurde dann schnell zur Gefahr für das Leben. Seuchenprävention sowie der tägliche Gottesdienst mit einigen Dorfbewohnern und Bauern genossen demnach eine höhere Priorität als der Krieg, damit sich seine Auswirkungen nicht noch verheerender gestalteten.


    Es kam demnach nicht infrage das Siechenhaus sich selbst zu überlassen. Diese Möglichkeit wäre nur denkbar gewesen, hätten sich Dorothea oder Kaira kürzlich sehen und einspannen lassen, doch war der Kontakt nahezu abgebrochen. Gut möglich, dass sie an seiner statt das Gröbste an den verschiedensten Fronten verarzteten.


    Ihm blieben etwa acht Zehntel dieser Stunde. Genug Zeit, um bereits getroffene Vorbereitungen für den Ernstfall noch einmal zu prüfen. Schon vor Wochen hatte er das Wichtigste - etwa einen Mörser, Sichel, Flaschen und anderes Handwerkszeug - in einem Tornister verstaut und diesen in einer der hinteren Ecken des Siechenhauses abgestellt. Soweit ersichtlich schien auch alles noch an seinem vorbestimmten Platz zu sein.


    Eine knappe halbe Stunde später machte er sich schließlich auf den Weg zu Burg, das Ornat zurechtgerückt, die wichtigsten Elemente seiner Arbeit in der Schultertasche bei sich führend. Was ihm Sascha oder Chris Chann (Federica) und anderen wohl zu sagen hatten...

    :queen:


    "Der Metzger weiß, dass die Heilung nur durch die Erteilung zusätzlicher Schmerzen zum Erfolg gedeihen kann."

  • Signore Dorians plötzliches Erscheinen hatte Federica vor Schreck ein wenig Tee über ihre Unterlagen verschütten lassen. Stirnrunzelnd hob sie das gesprenkelte Blatt hoch, auf dem sie soeben den Befüllungsstand der Lagerhäuser verzeichnet hatte. Dann blickte sie den atemlosen Signore an und stand auf - es gab nur noch einen Stuhl in der Schreibstube. Für mehrere Gäste war der kleine, leicht nach Parfum und Tee duftende Raum nicht ausgelegt.

    "Signore Dorian! Es ist schön, dass Ihr wohlbehalten wieder zurück gefunden habt. Ich war noch in dem Glauben, dass wir Flüchtlinge aufnehmen sollten. Nun sollen wir alle fliehen?" Sie sah den ungeduldigen Blick ihres Gegenübers und lächelte: "Aves Wege sind frei und unvorhersehbar. Wir sollten sofort allen Bescheid geben, auch den Bürgern der Baronie." Sie überlegte einen Moment.

    "Einen oder zwei Ausrufer sollten wir schicken, um die Bevölkerung vorzubereiten. Darüber hinaus sollten wir il più presto possibile die Verantwortlichen für Ställe und Rohstoffe informieren. Wen habt Ihr alles hierher eingeladen, Signore Fuxfell?"

  • Dorian ging kurz auf und ab, ehe er ausführte: "Eslam ist für alles magisch betreffende geladen, Khaid für alles betreffend der Heilung. Ansonsten ist noch jedes Mitglied der Allianz geladen, die die Truppen auf dem Sommerfeldzug unterstützt haben.

    Ich bin mir nicht sicher, wer noch alles davon hier ist. Vielleicht warten wir bis zumindest einige hier sind mit den Plänen?"

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    - Braids, dementia summoner

  • Nach einem kurzen Nicken besah Federica ihren Schreibtisch. Minutiös geordnete Papierstapel, beschwert mit kunstvollen Steinen, einige zusammengebundene Akten und ihr halb leeres Tee-Service zeugten von stundenlanger, intensiver Recherche über Wirtschaft und Lagerbestand der Baronie. Sie warf dem Signore einen abwägenden Blick zu, nahm dann einige Papiere und ihr Schreib-Set vom Tisch und bedeutete Signore Dorian, ihr zu folgen.

    Der benachbarte Raum beherbergte einen größeren, runden Tisch und einige Stühle. Eine geschlossene Dose Zucker und Kekse deuteten darauf hin, dass in diesem Raum üblicherweise freie Nachmittagsstunden verbracht wurden, begleitet von angenehmen Gesprächen und gelegentlichem, wohlgesetztem Lachen. Federica grinste unwillkürlich, als sie an das entgeisterte Gesicht ihrer Mutter dachte: Die Donna di Volemo wäre entsetzt gewesen, dass ihre Tochter nun eine Reihe von Aufschrieben auf der einen Seite des Tisches platzierte und Dorian mit einer einladenden Geste dazu aufforderte, sich zu einem Gespräch zu setzen, das sich weder um die famosen Fechtkünste ihres Gegenübers noch um potentielle Heiratsfähigkeiten irgendwelcher junger Männer aus der Familie ihres Gegenübers drehte.


    "Signore Dorian, ich werde heute noch ein Schreiben für die Herolde an die Bürger der Baronie aufsetzen", erklärte Federica, während sie sich auf den einfachen, aber gut gepolsterten Stuhl neben Signore Dorian setzte, "ebenso an die wichtigsten Verwalter unserer Waren. Wie viel Zeit bleibt uns, bis die ersten Schiffe arriv... eintreffen?" Sie hob plötzlich den Kopf, blickte den Signore überrascht an und verzog für den Bruchteil einer Sekunde in akutem Selbsttadel das Gesicht.

    "Mi scusi, Signore Fuxfell. Eure Hektik hat mich offenbar aus dem Konzept gebracht. Kann ich euch etwas zu Trinken oder zu Essen anbieten? Im Haus gibt es derzeit süßes Gebäck, Tee und in ein oder zwei Stunden sicherlich etwas herzhafteres zu Essen."

  • Dorian nahm Platz. Wortlos, anders als sonst.

    "Ihr macht hier eine hervorragende Arbeit Signora, wisst ihr das? Ein kurzer Blick über euren Schreibtisch hat mich das schon instiktiv wissen lassen. Stordan hat eine gute Wahl mit euch getroffen. Auch wenn ich nun wieder öfter, nahezu immer, innerhalb der Grenzen Neu-Zackenbergs sein werde, möchte ich, dass ihr zunächst wisst, dass ich euch diesen Posten nie streithaft machen werde. Ich will für die Bürger nur das Beste, nein, DIE Beste. Und das seid ihr."


    Er wartete einen kurzen Moment ab, kurz bevor sie sprechen wollte, und beantwortete dann ihre Fragen.


    "Zwei bis Drei Wochen. Dann werden die ersten Schiffe aus Shäkara eintreffen. Und was das Essen angeht, ich würde den Tee und Gebäck nehmen. Zucker und ein warmes Getränk zu dieser Jahreszeit ist das Beste was ich nun zu mir nehmen kann. Eine warme Mahlzeit hingegen würde ich ebenfalls nicht ablehnen."


    Gerade hatte er aufgehört zu reden, als Nebbi eintraf.

    Dorian stand sofort wieder auf und ging ihm entgegen, eine Hand nach vorne, die andere bereit ihn zu umarmen.


    "Ich grüße dich Bruder. Ich habe dich zu lange nicht gesehen. Entschuldige. Setz dic... oh... Signora Bonavesia sollte dir den Platz anbieten, nicht ich. Sobald alle da sind, werde ich einiges zu erzählen haben. Wir warten eigentlich nur noch auf Eslam ( Eslam Ernbrecht Hesindian von und zu Gareth ), dann kann es sofort losgehen."


    Dann schaute er wieder zu Federica ( Chris Chann ) und nickte höflich, um den Faux Pax zu entschuldigen.

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    - Braids, dementia summoner

  • "Mhm", entglitt es seinen Lippen als er den fast schon zu freundlichen Dorian musterte.


    "Die Zwölfe zum Gruße, die Damen, die Herren..." setzte er an und nickte Federica wie Dorian kurz zu ehe er fortfuhr:


    "Zugegeben, noch frage ich mich welchen Preis deine Informationen haben werden?", sprach er recht unverblümt in Richtung des Geweihten.


    Kurz zuckten die Mundwinkel des Therbûniten. Denn der Gedanke, dass Phexensdiener etwas zu verschenken hatten, amüsierte ihn.


    "Was ist eigentlich mit Langarion ( Diana   Claas ) und den Anderen? Sie sind doch nicht alle fort - oder? Dennder Bote klang als müsste ich mit riesigen Menschenmassen in einer winzigen Stube rechnen."


    Für einen kurzen Augenblick sah er von Dorian zu Federica und wieder zurück. Sie hatten ihn doch nicht zurückgelassen... oder? Er überlegte, wann er Lanyana und den Anderen zuletzt über den Weg gelaufen war, doch schien es so lange gar nicht her zu sein. Doch vielleicht war dieser Schein trügerisch. Es herrschte Krieg, wer außer Satinav konnte da schon noch davon sprechen, so etwas wie ein funktionierendes Zeitgefühl zu haben?

    :queen:


    "Der Metzger weiß, dass die Heilung nur durch die Erteilung zusätzlicher Schmerzen zum Erfolg gedeihen kann."

  • "Urkârz akûm'mor! Nargzabuzizg quîlurz agh akrarz nar'ishalu'sha, nar'mauk!" Grummelt es vor der Tür die unsanft geöffnet wird.


    "Pushdug! Das mit Sturmie hab ich ja noch mitbekommen aber jetzt ist ja die ganze Freyenmark im Arsch." er macht eine pause und sieht sich im Raum um.

    "Federica, schön dich wieder zu sehn, Khaid, du wirst auch nicht kleiner, oder? Und Phex ist auch vertreten." Ragnar reicht Dorian die Hand zur Begrüßung und umarmt die anderen beiden.


    Nachdem er sich einen Keks genommen hat setzt er sich und fragt. "Was ist eigentlich los? ich bin kaum angekommen um über die kalten Tage bei Freunden zu sein und bekomm gleich dieses Schreiben in die Hand gedrückt."

  • Dorian schüttelte leicht betrübt den Kopf in Richtung Khaid, als er ihn direkt ansprach. Das seufzende 'nein, dieses Mal nichts' war deutlich rauszulesen.

    "Ich war einige Zeit nicht hier, ich weiß nicht ob sie da sind oder nicht. Ich meinte sie hätten auf dem Sommerfeldzug etwas davon gesagt, dass sie gehen würden. Ich bin mir dessen aber nicht mehr sicher. Du müsstest das doch besser wissen, oder?"


    Er unterbrach, als Ragnar in den Raum kam.


    "Grüß dich, Ragnar. Schön zu sehen, dass du auch hier bist. Wie ich höre lernst du die Sprache der Orks, oder? Und, den Winter wirst du wohl nicht in Kälte verbringen müssen, nur schonmal als kleinen Hinweis. Näheres gibt es gleich, wenn die Anderen da sind.


    Du hast aber Recht, die Freyenmark ist... am Ende, um es in Anwesenheit der Edlen Dame förmlicher auszudrücken."

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    - Braids, dementia summoner

  • Federica ließ Signore Dorians Worte für einen Moment im Raum stehen. Solcherlei Worte waren natürlich keine wünschenswerten Gäste für einen Salon, aber sie trugen zur allgemeinen Theatralik bei und würden sicherlich nicht bis zum Abendessen bleiben.

    Die Horasierin erinnerte sich an eine ähnlich bedeutungsvolle Schwere in den Worten ihres Bruders, als er, den Tränen nahe, ihrer Mutter von einer pikanten Eskapade erzählt hatte. Dabei waren nicht nur drei reizende junge Frauen, sondern auch zwei wütende Liebhaber, eine große Menschenmenge und seine fehlenden Beinkleider involviert gewesen. Die Theatralik seiner Worte hatte ihn genau zwei Tage lang begleitet, bis er eine vierte liebreizende junge Frau kennen gelernt hatte.


    Sie seufzte leise und hob ansatzweise die Schultern: "So viele Umstände dies auch mit sich bringt, so wird es der Herr Aves gewiss verstehen, daraus ein neues Abenteuer für uns zu schreiben."

    Dann lächelte sie wieder und machte eine aufgeräumte Geste: "Da Ihr auf die anderen geladenen Gäste warten möchtet, Signore Fuxfell, könnten wir uns die Zeit mit einem Spiel vertreiben. Che ne pensa?"

  • Etwas verwirrt schaut Ragnar in die runde, belschießt dann aber nicht weiter darüber nach zu denken.
    "Bitte verzeiht mein loses Mundwerk, wenn man ein paar Wochen mit Söldnern und Orks verbracht hat färbt das ab. Ich wollte nicht Unhöflich sein."

    Gedankenabwesend kramt er in seiner Tasche nach seiner Pfeife, als ihm auffällt wer so alles hier sitzt lässt er sie lieber da wo sie ist.


    "Ein kleines Spiel klingt gut, Federica, hast du zufällig das mit den Glasperlen dabei welches du mir auf dem Herrzug gezeigt hast?"

    Nachdem er sich das Schreiben nochmal druchgelesen hat wendet er sich Darion zu. "Mein Capitan und die Winddrache liegen im Moment noch vor anker, wenn wir Irgendwie helfen könn sagt es einfach."

  • Lächelnd stand Federica auf und ging zu einem kleinen Schränkchen, das wie ein guter Dienstbote in einer Ecke des Zimmers allzeit zu Diensten war. Sie öffnete die oberste Schublade und zog ein eckiges Stück Holz heraus, das sich in der Mitte aufklappen ließ. Als sie es zusammen mit einem klimpernden Beutel auf den Tisch legte und öffnete, wurde ersichtlich, dass das Spielfeld eine Elle auf jeder Seite Maß.


    "Mi scusa, Ragnar", sagte Federica, während sie eine Vielzahl bunter Steine aus dem Beutel schüttete, "dies ist nicht esattamente das Spiel, das uns auf dem Heerzug unterhalten hat. Die Regeln sind jedoch sehr ähnlich und es können bis zu vier Personen an der Partie Teil haben."

    Sie blickte fragend zum Rest der geweihten Runde: "Möchtet Ihr mit spielen, Signori?"


    Mit spitzen Fingern begann sie, das Brett zunächst mit zwei Steinfarben zu bestücken.

  • Kurz nach Beginn des Spiels vernimmt man auf den Gang einen festen, schnellen Schritt, die Tür wird wie selbstverständlich geöffnet und der Magister betritt den Raum.


    "Wehrte Federica, schön euch wieder zu sehen." Der Magister deutet einen kurzen Handkuss an und wendet sich daraufhin den restlichen zu. "Die Herren." ein kurzes Nicken in die Runde.


    "Die Dame gewinnt in drei Zügen, wenn sie es richtig anstellt." meint er nach einem kurzen Blick auf das Feld. "Ragnar ihr in vier, Khaid ihr ebenso. Schön, wie du mit Ihnen spielst, mein geschätzter Dorian." stellt er weiter kurz und knapp fest.


    Ohne zu warten erklärt er:"Verzeiht mein spätes Eintreffen, aber es mussten noch Akten aus der Buchhaltung von Dorian durch mich gesichtet, geprüft und umgeladen werden, wehrte Anwesenden. Das Erdbeben scheint doch stärkere Wellen geschlagen haben", erklärt er den Versammelten.


    "Was steht an?"

  • Dorian hörte sofort auf, sich für das Spiel zu interessieren, als Eslam eintrat. Er nickte ihm höflich zu, und holte sich stillschweigend die Erlaubnis von Federica, jetzt den Grund des Treffens offen zu legen. Dazu stand er auf und ging leicht auf und ab, während er in die Gesichter der Anwesenden schaute.


    "Vor knapp zwei Monden versagten die freyenmärkischen Truppen vor dem schwarzen Herzen. Der Speer, Glaumir - einige von euch werden sich noch an ihn erinnern - ist dabei an das Schwarze Eis verloren gegangen und die Truppen mussten den Rückzug antreten. Selbst danach noch haben viele kämpfende Truppen der Freyenmark endgültig den Rücken gekehrt. Der Anfang vom Ende..."


    Dorian musste kurz räuspern und nahm schnell einen Schluck zu trinken.


    "Das Schwarze Eis wird in den kommenden Tagen die letzte Schutzfront im Süden durchbrechen und über die Freyenmark herfallen. Danach sind es nur noch wenige Tage, wenn überhaupt Wochen, bis es vor unserer Tür steht.

    Stordan und ich waren in den letzten Tagen im Reich der Rosen. Genauer gesagt in Tiefenwacht, zum Konvent der Rosen, wo der Dornen- und Rosenhof Hoftag gehalten hat. Wir hatten eine Audienz bei seiner Exzellenz und ihrer Herrlichkeit und haben um Hilfe gebeten. Doch keine Hilfe für den Kampf, sondern Hilfe für die Evakuierung der Waisen, der Alten und Schwachen und der Verletzten aus vergangenen Kämpfen. Parallel sollen unsere Handelswaren und Nahrungsmittel evakuiert werden. Der Plan sieht vor, dass Antonius ein Rückzugsgefecht über mehrere Wochen führt, bis unsere Truppen in Neu-Zackenberg sind. Von dort werden die kämpfenden Truppen als letzte evakuiert. Dies sind die Pläne des Heerführers und des Barons.

    Wir werden zunächst ins Reich der Rosen fliehen. Genauer gesagt nach Shäekara, dem Lehen der Nyame. Raul und Malen haben sich persönlich der Sache angenommen, zwei lieb gewonnene Freunde von mir und lange Freunde von Antonius."


    Er ließ ein bisschen Zeit vertreichen, damit diese erste Nachricht verarbeitet werden konnte.


    "Oron..." begann er strich sich mit der Hand einmal durchs Haar, kratzt sich leicht am Hinterkopf und suchte kurz nach den passenden Worten.

    "Ich habe sie kennen gelernt, auf dem Konvent. Sie sind gut vernetzt und haben eine sehr freundschaftliche Beziehung zum Archon der Dornen. Parallel haben sie glaubhaft versichert, alte Fehden abzulegen, um dem Feind hier gegenüber zu stehen. Inwiefern das der Wahrheit entspricht, habe ich ihnen auch durch die Blume erzählt. Wir haben uns, und damit wird sich jeder anfreunden müssen, auf ein Ruhen des Konflikts verständigt. Dieses Ruhen soll solange anhalten, bis alle Probleme betreffend der Verfemten von diesem Kontinent getilgt sind. Wir haben, gerade aktuell, zu wenig Macht und Einfluss um Oron ernsthaft die Stirn zu bieten. Und das sage ich mit all meiner Erfahrung.

    Parallel hat der Archon beschlossen, eine Abgesandtschaft von Oron mit dem Baron an die Front zu schicken. Sie sind gerade unterwegs. Der Archon will von seinen eigenen Leuten hören, wie schlimm es um die Freyenmark steht. Und genau das wird er."


    "Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Das neue Land hat wenig Süßwasser, hat tulamidisches Klima (OT: Marokko um genau zu sein), viele Datteln und Fisch aber dafür sehr nette Leute. Alle dort wollen enger zusammenrücken um uns aufzunehmen. Wie es dann von dort weitergeht, ist noch nicht entschieden. Fakt ist, dass unsere Leute, Baumfäller und Holzarbeiter seit mindestens 5 Generationen eine andere Arbeit brauchen als den Fischfang. Doch das ist ein Problem zu einer späteren Stunde.

    HEUTE soll es um die Evakuierung gehen. Ich hoffe und erwarte Ideen und Pläne. Ihr seid die klügsten Köpfe die die Baronie zu bieten hat. Gehen wir es an?"

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    - Braids, dementia summoner

  • "Bei Fisch und Datteln hattest du mich gewonnen und von meiner Warte aus können wir Oron schon einen Vertrauensvorschuss gewähren."

    Der Geweihte nimmt sich einen weiteren Keks und überlegt beim Kauen die Wortwahl seiner nächsten Frage.


    "Die Evakuierung..." Eröffnet er nach dem letzten Bissen. "wie genau sieht die aus, ich denke der sicherste Weg wäre zur See. Aber haben wir genug Schiffe und Männer die sie steuern?."

    Mit ernstem Blick grübelt Ragnar, gedanklich die Karte sich vor Augen führend.

    "Falls wir über Land den Rückzug antreten müssten Versorgungsposten eingerichtet werden. Wie es der Zufall so will stehen mir sogar die Mittel zur Verfügung dies in die Tat umsetzten zu können."

    Ein bedrücktes säufsten entgleitet ihm.

    "Was den Kampf von Antonius und den Truppen Betrifft denke ich das sie uns nicht mehr Zeit erstreiten sollten als unbedingt notwendig, Ihre Kräfte werden wir noch an anderer Stelle benötigen. Allerdings befürchte ich das es nicht so einfach wird unseren lieben Feldherren von der Schlacht fern zu halten und zur Aufgabe zu bringen."

  • "Ah, gut dass du es erwähnst. Wir haben bereits über 40 Schiffe organisiert, die uns bei der Evakuierung helfen. Sie werden in knapp 3 Wochen da sein. Bis dahin muss der Plan stehen."

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  • "Ja. Unsere Truppen stehen zwischen der Baronie und dem Feind. Sie marschieren von West nach Ost und werden Ausläufer noch Norden, zu uns, haben. Antonius wird diese Gefechte führen, uns die Zeit geben, bis die Schiffe da sind."

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  • Khaid pustete die Luft scharf aus, nachdem er für einen längeren Moment geschwiegen hatte.


    "Mit Verlaub, ich weiß, dass es um die Evakuierung gehen soll, doch zuvor ein Kommentar: Es kann mir doch niemand glaubhaft versichern alte Fehden ablegen zu wollen und - gleichzeitig - ein solch symbolträchtiges Wappen oder Banner führen wollen. Haben sie dazu auch etwas gesagt, was dieses vermaledeite schwarze Einhorn auf rotem Grund bei ihnen zu suchen hat? Es wird sicherlich keine Stilfrage gewesen sein, weil sich schwarz auf rot derart gut macht. Mea culpa, wie der Bosparaner sagt, doch haben diese Kreaturen oder die, denen sie eben nachfolgen und deren Traditionen sie in gewissem Maß wahren, meine Heimat über Jahre gespalten..."


    Ernst und nicht mehr all zu bespaßt sah er in die Runde, ehe der Blick an Dorian hängen blieb.


    "Und sie nennen sich Oron, weil.. es ein derart schöner Ort zum Leben war, mit tödlichen Weinreben, dem alltäglichen Frönen an Nicht-Rahja?"


    Er schnaubte.


    "Gut. Wir hatten schon die Befürchtung, dass sie im Reich der Rosen gut vernetzt wären - und das ist ein Problem. Für meinen Teil glaube ich ihnen, bis auf weiteres, nicht sonderlich viel. Sie haben mir aber auch noch keinen Grund gegeben ihnen abzunehmen, dass sie keine Paktierer im x-ten Kreis der Verdammnis sind und ihnen wirklich bloß kein besserer Name, keine bessere Symbolik eingefallen ist. Und wenn es denn nur das wäre. Gerade das Symbol könnte mich beim Gedanken daran erzürnen, wäre ich nicht ein derart ruhiger Zeitgenosse. Fragt doch einmal unseren werten Eslam, als Magier von Schwert und Stab, wie er von schwarzen Einhörnern hält. Und was aus Gareth wurde in der Folge all dessen."


    Für einen Moment schloss er die Augen und atmete tief, ganz tief, durch.


    "Verzeiht. Wir schweifen ab..", versuchte er sich am Riemen zu reißen.


    "Dann lasst es mich anders angehen, was genau können wir in diesem Shä.. kara erwarten? Klima, gut, das klingt ansprechend. Ich dachte jedoch eher an Struktur. Heiler-, Siechenhaus? Um einmal bei meinen Steckenpferden zu bleiben. Wir haben - noch - keine Schwerstverwundeten hier, die wir gegebenenfalls weiter versorgen müssen. Wie ihr alle wisst, kann sich das jeden Tag schlagartig ändern. Für diesen Fall möchte ich vorbereitet sein und wissen, ob ich meine Arbeit in der zeitweisen Heimat überhaupt verrichten kann. War irgendjemand von uns bereits dort, kennt sich dort einigermaßen aus? Ich könnte natürlich auch direkt über den Rückzug und die Versorungsstränge sprechen, aber je weniger diese Ortschaft zu bieten hat, desto mehr - gefühlt - unnützes Zeug wird man ebenso wegschaffen müssen."


    Erneut sah sich der Geweihte, der zum Spielbrett keine bis wenige Worte verloren hatte, in der Runde um.


    "Ach und.. grüßt euch, Eslam, Ragnar...", fügte er an und nickte den Beiden noch einmal zu.

    :queen:


    "Der Metzger weiß, dass die Heilung nur durch die Erteilung zusätzlicher Schmerzen zum Erfolg gedeihen kann."